Blogparade: Mein Blog und ich

Ich spreche gerne über’s Bloggen. Auf jedem meiner bisherigen Blogs kam irgendwann ein Beitrag, in dem ich aus meiner illustren Vergangenheit in der Bloggerszene berichte. Dieses Mal rief Steffi auf ihrem Blog zur Blogparade Mein Blog und ich auf und stellte Fragen rund ums Bloggen.

1. Wer bist du? Stell dich vor!

Ich bin Anne, ich bin 24 Jahre alt und ich komme aus Nordhessen. Nach einem kleinen Abstecher gen Süden wohne ich da auch wieder. Ich werde sehr bald ein duales Studium im öffentlichen Dienst anfangen und habe in der letzten Zeit in einer Bäckerei gearbeitet.

2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich blogge seit ich ungefähr 12 bin. So ganz genau kann ich das nicht mehr nachvollziehen, weil ich irgendwann meinen ersten Blog auf myblog gelöscht hab (was retrospektiv eher uncool war, weil ich jetzt nicht mehr lesen kann, was mich mit 13 beschäftigt hat). Auf jeden Fall aber hatte ich meinen ersten cutenews Blog in 2007, also sprechen wir von beweisbaren 10 Jahren und ein bisschen mehr.

Angefangen habe ich, weil eine damalige Freundin einen Blog hatte und ich dann auch einen haben wollte. Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass ich total Spaß daran habe, zu schreiben, und dafür zu sorgen, dass mein Blog in meinen Augen gut aussieht. Und seitdem bin ich nie wieder davon losgekommen. Allerdings bin ich heute nicht mehr ganz so involviert in Sachen Design.

3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?

Teilweise ja, teilweise nein. Ich mache eigentlich kein großes Geheimnis um meinen Blog und hab das eigentlich auch noch nie. Dazu sagen tut eigentlich niemand so richtig was, ich glaube die meisten Leute finden den Blog auch einfach nicht besonders interessant zu lesen.

4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?

Ich nutze einige Social Media Seiten, allerdings habe ich keine Profile spezifisch für den Blog. Am aktivsten bin ich auf twitter und instagram.

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen?

Ich bin kein super großer Fan der Entwicklung hin zu durchgestylten, gesponserten Blogs. Ich persönlich finde langweilig, wenn sich Blogs wie Magazine lesen und es nur noch Content gibt, der irgendeinen Mehrwert bieten will. Ich lese Blogs weil ich etwas über die Person dahinter erfahren möchte und nicht, um Tipps zu bekommen, die ich auf unzähligen Seiten ganz genauso finden kann.

Ganz besonders fällt mir das auf in Sachen Bloggertipps. In letzter Zeit scheint gefühlt jede_r Artikel darüber zu schreiben, welche Fehler auf dem eigenen Blog um Gotts willen nicht gemacht werden sollen und wie sich der größtmögliche Erfolg in kurzer Zeit einstellt. Die Tipps sind jedes Mal dieselben, minimal anders formuliert und in doppelter Hinsicht nervig: Zum einen weil offenbar viele keine eigenen Ideen haben, um Mehrwert zu schaffen, und zum anderen weil scheinbar jeder Blog mega erfolgreich sein muss, um seine Existenz zu legitimieren.

Ich würde mir wünschen, dass der Trend zur Professionalisierung etwas nachlässt und Blogs wieder persönlicher werden. Ich brauche keinen Mehrwert, ein Monatsrückblick oder ein Text über das Studium unterhält mich bestens, ohne das ich dabei irgendwas nützliches gelernt hätte.

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?

Ich mag, dass es Leute gibt, die über Dinge schreiben, die sie bewegen, ohne darauf zu achten, ob richtige Keywords gesetzt wurden oder ein Mehrwert für den Leser geboten werden konnte. Ich mag, so ganz generell, dass das Internet die Möglichkeit gibt, aus dem Leben von völlig Fremden zu lesen und ihre Gedanken zu teilen.

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen „Blogbereiches“ oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?

Ich lese schon hauptsächlich Blogs, die meinem sehr ähnlich sind. Sprich ohne großartiges Konzept und eher persönlich. Das liegt aber eher daran, dass ich nicht so viele Blogs lese und sich deswegen schon keine große Themenvielfalt einstellen kann. Grundsätzlich beharre ich aber nicht auf Blogs aus einem Bereich, ich hab nur nicht gerne viel zu lesen jeden Tag und bin deshalb sehr selektiv in meiner Auswahl.

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Okay, hier also eine Auswahl an Leuten, deren Blogs ich gerne lese:
Bammy – Christiane – KatieMiriam – Tabea

12 Kommentare

  1. Hey Anne,
    vielen, vielen Dank fürs Mitmachen. 🙂

    12 Jahre bloggst du schon? Das ist echt lange. Ich finde es cool, dass du noch dabei bist.

    Mehr Persönlichkeit würde ich mir auch in der Bloggerwelt wieder wünschen. Mehr Realität. Dass die Leute zeigen, wer sie sind und nicht was sie haben. (Sinn meiner Blogparade – haha 😉 ) Ich versuche immer so zu sein, wie ich bin. Ich möchte nicht, dass mich jemand mal anspricht und sagt, dass ich in echt ja ganz anders bin als ich online tue. Ein absoluter Horror!

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

    • Ja, das ist wirklich lange, inzwischen die Hälfte meines Lebens 😀

      Ganz genau. Für mich funktioniert es auf lange Sicht auch überhaupt nicht, mich zu verstellen und nicht über das zu schreiben, was mich interessiert und auf die Weise, auf die ich schreiben möchte. Ich hab das auch schon probiert, dann aber immer nach kürzester Zeit die Blogs wieder aufgegeben.

    • Das habe ich schon probiert, meinen ersten cutenews-Blog gibt es dort archiviert, aber die myblog-Seiten finde ich da leider auch nicht mehr 🙁

  2. Gerade das Wort „Mehrwert“ kann ich nicht mehr hören… vor allem weil es meiner Erfahrung nach zu 80% von Leuten genutzt wird, die dann wiederum mit ihren Posts nicht wirklich Mehrwert bieten. Die sich zwar als Aushängeschild für Kooperationen sehen, die „Mehrwert“ für die Leser bieten, aber dann irgendwie doch nur mittelmäßig und gewöhnlich sind…

    • Das geht mir genau genauso! Was genau für einen selber jetzt Mehrwert bietet, ist auch so unterschiedlich und kaum zu definieren. Und wie du sagst, es wird oft von Leuten verwendet, die für mich dann keinerlei Mehrwert bieten.

  3. Ha. Punkt 2 kommt mir auch sehr bekannt vor – am Anfang war ich auch noch total für Design zu haben, aber mittlerweile (und wohl auch den unzähligen Möglichkeiten, die WP bietet geschuldet) soll es für mich nur noch einfach und pflegeleicht sein.

    Zu Punkt 3 und dem „ganz interessant zu lesen“ – der Gedanke hat auch was und bei meinem letzten „Blog-Relaunch“ ist er mir in ähnlicher Form auch gekommen.

    Das mit dem Mehrwert habe ich nie so ganz begriffen, aber dazu bin ich wohl zu wenig integriert in die Szene. Für mich braucht ein Blog keinen Mehrwert, für mich ist ein Blog in erster Linie eine Art öffentliches Tagebuch. Solche lese ich dann auch am liebsten.

    • Ich war raus, als Responsivität und mobiles Design auf einmal wichtig war. Als das aufkam, habe ich eine längere Auszeit vom Bloggen genommen und auf einmal musste auf so vieles geachtet werden. Ich hab weder Zeit noch Lust, mich da jetzt wieder reinzufuchsen, also verlasse ich mich auf andere.

      Ich glaube, oft wird der Begriff verwendet um zu sagen, dass man aus dem Beitrag irgendwas lernen konnte. Für mich ist das auch kein Kriterium, außer ich suche ganz gezielt danach. Ansonsten bin ich auch eher für öffentliche Tagebücher und Blogs, die nicht nur auf Kooperationen aus sind, zu haben.

  4. Huch, da kommt man aus dem Urlaub wieder und findet seinen Namen auf einen anderen Blog *grinst wie blöde*
    Aber mir geht es ja ähnlich wie dir. Ich mag einfach diese „öffentlichen Tagebücher“ und keine Blogs mit Mehrwert und Einheitsbrei. Wobei ich dann immer denke: „Ist mein Blog zu öde, weil ich das nicht mache?“

    • Manche finden das öde, aber im Grunde genommen ist es egal was man macht, weil es immer Leute geben wird, die das zu öde finden. Aber solange man selbst dabei Spaß hat, ist der Blog auf keinen Fall zu öde.

  5. Hey Anne,

    Wow, dein halbes Leben bloggst du schon.
    Beim Erolfgsdenken hast du recht, manche denken, dass das wichtigste Follower und Seitenaufrufe sind. Aber daher ist dein Beitrag ja umso wertvoller, weil ja von den „erfolgreichen“ Blogs suggeriert wird, dass andere gar nicht interessiert.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Bloggen!
    LG, Moni

    • Ich war selber erstaunt, als ich das ausgerechnet hatte 😀

      Ich fühle mich immer wie ein totales Fossil, weil mich meine eigenen Statistiken nicht die Bohne interessieren. Es ist toll, wenn Leute kommentieren, wenn nicht, ist das aber auch okay. Wie viele Follower und Klicks ich bekomme, weiß ich überhaupt nicht so genau.

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