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Darum blogge ich

Eigentlich hatte ich für heute etwas anderes vor, aber dann las ich bei Tabea von der Blogparade des Onlinenetzwerkes Sachsen zur Frage, warum ich eigentlich blogge.

Ich blogge schon ziemlich lange. Meinen ersten Blog hatte ich mit ungefähr 12, was bedeutet, dass ich schon mein halbes Leben lang mein Leben mit der Welt teile. Da ist die Frage schon naheliegend, warum ich das eigentlich tue.

Ursprünglich war bloggen für mich so eine fear of missing out Sache. Ich kannte Leute mit Blogs, fand das cool, und hatte dann plötzlich auch einen. Dann fand ich Spaß an der Sache, offensichtlich, sonst würde ich wohl kaum immer noch einen Blog führen. Mir ging es ganz lange aber gar nicht um das Schreiben an sich. Damals war mein Hauptaugenmerk das Design, das bunt und schick und auffällig und einzigartig sein musste. Mein Blog sollte auf den ersten Blick meine Persönlichkeit, oder zumindest das Bild, das ich von mir selbst hatte, nach außen tragen. Texte waren da Nebensache, ich schrieb kurze Kommentare zu meinem täglichen Leben und füllte meinen Blog mit Grafiken und Reviews.

Im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Ich habe schon mit 12 Geschichten geschrieben, einige davon schafften es im Laufe der Jahre sogar ins Internet. Irgendwann dann kam der Wandel, weg vom Tagebuch und hin zum Magazin, zu durchdachteren, längeren Texten, hin zu Gedanken darüber, was die Leute auf der anderen Seite des Bildschirms eigentlich lesen wollen.

Heute schreibe ich also längere Texte, in denen ich aber eigentlich immer noch versuche, etwas von mir selbst preiszugeben, etwas von mir mit der Welt zu teilen. Aber ich blogge nicht, um damit erfolgreich zu sein. Dafür habe ich viel zu wenig Antrieb und Lust, mich mit den ganzen Details wie SEO zu beschäftigen. Mir geht es beim Bloggen darum, etwas loszuwerden, was ich vielleicht anderweitig nicht oder nicht so gut losgeworden wäre. Und ich finde es toll, wenn ich dazu Rückmeldungen bekomme, weil ich dann weiß, dass ich etwas teilen konnte.

Bloggen ist für mich also eine Art Ventil für mein Mitteilungsbedürfnis. Außerdem schreibe ich gerne und finde es ganz nett, wenn andere Leute das lesen.

9 Kommentare

  1. Pingback: Warum bloggen? (Blogparade) - Habutschu!

  2. Schön, dass du mit deinem Blog so zufrieden bist. Ich glaube, so ein Mitteilungsbedürfnis hat meiner auch mal gestillt, aber momentan weiß ich gar nicht mehr, ob ich es gut finde, wenn andere viel über mich wissen.
    Mal sehen, ob es sich bei mir wieder fängt. 🙂

    Liebe Grüße

    • Anne

      Das kann ich nachvollziehen, im „echten Leben“ bin ich auch eher vorsichtig, wem ich wie viel von mir erzähle.
      Ich drücke die Daumen, dass du den Spaß wieder findest, es wäre wirklich schade, wenn du nicht mehr bloggen würdest.

  3. D.

    Finde ich mich ebenfalls teilweise wieder.

    Dieses „Fear of missing out“-Gefühl (Danke, den Begriff kannte ich noch nicht) war es damals wohl auch, dann war es auch die Zeit, in der jeder Mediengestalter (= Webseitenbastler) werden wollte, weil Internet einfach nur schick ist. Tja, aber dann kamen die sozialen Netzwerke auf – und der Gedanke, den Tabea anspricht, ich bin nie bei Facebook gewesen oder diesem anderen da, was so in war … in Kombination mit Mitteilungsbedürfnis?

    Hm … vielleicht, aber die Ernüchterung hat etwas zum Egal geführt; denn das, was mich interessiert, interessiert die wenigsten Leser. Ich schreibe ab und zu gerne einen Text, aber auch das mit wenigstens (!) einen Monatsrückblick regelmäßig zu machen, hat ja auch nicht geklappt. Von daher …

    Außerdem schreibe ich gerne und finde es ganz nett, wenn andere Leute das lesen.

    *unterschreib*

    • Anne

      Facebook und alles, was davor kam, war bei mir auch total ein „fear of missing out“ Ding. Alle anderen waren da, also musste ich auch da sein.

      Ich tue mich mit regelmäßigen Features auch etwas schwer, wobei ich meinen Monatsrückblick – glaube ich – bisher durchgehalten habe. Aber manche waren wirklich erzwungen.

  4. Deinen Grund kann ich nur unterschreiben: Ich möchte etwas mit der Welt teilen, mir vielleicht auch mal Dinge von der Seele schreiben und mich mit anderen Austauschen. Das ist für mich auch eine Hauptmotivation am Bloggen, dazu kommt mittlerweile noch das Kennenlernen von neuen Menschen, wo auch richtige Freundschaften entstanden sind. Ich habe auch nie mit dem Bloggen angefangen um erfolgreich zu sein, Produkte geschenkt zu bekommen oder damit Geld zu verdienen. Als ich 2011 damit losgelegt hatte, wusste ich kaum was von der Bloggersphäre, da ich spontan damit angefangen habe, geschweige denn das man damit mal Kooperationen machen könnte. Bei mir stand die Liebe zum Schreiben im Fokus, da wollte ich mich einfach ausleben und schauen wie mein Schreibstil aufgenommen wird. Als ich dann die ersten Leser hatte, war ich echt überrascht, dass es Menschen gibt die interessiert was ich zu sagen habe. Übrigens überrascht mich das bis heute, weshalb ich mich über jedes Kommentar immer noch wie ein kleines Kind freue.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Das einzig doofe: Die lange Wartezeit bis Herbst 2019. fühlt sich noch wie ne Ewigkeit an und ist zuu lange.

    • Anne

      Mich freut auch jeder Kommentar, aber ich bekomme auch keine Werbekommentare oder ähnliches. Das macht es super leicht, sich immer wieder zu freuen, dass Menschen auch noch kluge Dinge sagen zu dem, was schreibe.

      Mir ist die ganze Kooperationsnummer immer noch zu anstrengend, irgendwie. Aber vielleicht stelle ich mir das auch falsch vor, ich hab noch nie mit einer Firma kooperiert (vermutlich, weil mein Blog im Prinzip keine Reichweite hat und Werbung hier vermutlich niemandem was bringt).

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